Geschichte der Kanarienvogelzucht
Mit Eroberung der Kanarischen Inseln im Jahre 1496 durch die Spanier gelangten die ersten Kanarienvögel nach Spanien. Dort waren sie schnell sehr beliebt und galten aufgrund ihres schönen Gesanges als Symbol für Luxus und Weltgewandheit. Spanische Mönche versprachen sich von der großen Nachfrage hohe Einnahmen und begannen mit der Zucht.
Um das Monopol aufrecht zuerhalten, verkauften die Spanier nur männliche Kanarienvögel. Durch ein an der Küste Korsikas verunglücktes Schiff gelangen 1550 die Italiener in den Besitz von Kanarienvogelweibchen. So begannen diese eine eigene Zucht und nach kurzer Zeit brach das Monopol der spanischen Züchter zusammen.
Nun wurden auch in Portugal, England, Frankreich Kanarienvögel gezüchtet. Anfangs wurden ausschließlich Gesangskanarien gezüchtet. Das Aussehen oder die Farbe des Gefieders spielten bis dahin keine große Rolle. Erst mit dem Auftreten gelb gescheckter Kanarienvögel begannen viele Züchter ihre Zuchtbemühungen nicht nur auf den Gesang zu richten. So achteten die Französischen Züchter vor allem auf die Färbung, während die britischen Züchter großen Wert auf das Erscheinungsbild legten. So verbreitete sich die Kanarienvögelzucht über ganz Europa.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann im Harz die Zucht, da viele Züchter aus anderen Ländern aufgrund höherer Löhne nach dort ausgewandert waren. So wurde der „Harzer Roller“ innerhalb sehr kurzer zeit berühmt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Farbkanarienzucht populär. Viele schon ausgestorbene Mutationen, traten wieder auf und konnten aufgrund umfangreicheren Wissens über die Vererbungslehre gefestigt werden.